Grüne Karlstein

Zu Karlstein III

Kurzfassung:
Wir glauben, dass mit dem geplanten Vollsortimenter/Discounter in Karlstein III die Geschäfte im Innenbereich leiden bzw. schließen müssen.
Konkret betrifft das:

  • Bioladen "Gelbe Rübe" - Schulstraße
  • Metzgerei Häuser - Hahnenkammstraße
  • Bäckerei Fischbach - Hanauer Landstraße
  • Bäckerei Schatz - Hauptstraße
  • "Das kleine Lädchen" - Hauptstraße
  • Hofladen Himmelsbach - Maintalhof

Es geht dadurch die fußläufe Nahversorgung für die Ortsbevölkerung ohne Auto verloren, das halten wir für katastrophal.
Zudem positionieren wir uns gegen weitere Flächenversiegelung die den Verlust von landwirtschaftlichen Flächen und Natur mit sich bringt.

Wir können ohne die Natur nicht leben!

Langfassung:

Unsere Heimat schützen!
Nur lebendige Ortskerne machen Karlstein attraktiv!

In der Bauausschusssitzung am 29. Januar 2020 war erneut das Thema Karlstein III auf der Tagesordnung. Nur die Karlsteiner Grüne Gemeinderatsfraktion hat sich gegen weitere Maßnahmen  für die mögliche künftige Nutzung des Gebietes rund um das Karlsteiner Feuerwehrhaus als Gewerbe- und Wohngebiet ausgesprochen.

Hier erläutern wir unsere Gründe:

Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt. Die Verantwortung für uns Menschen und für unsere natürlichen Lebensgrundlagen jetzt und in Zukunft treibt uns seit 40 Jahren an. Das Gebiet rund um das Feuerwehrhaus ist momentan Wiesen- und Ackerfläche. Eine Versiegelung dieser Fläche hätte weitreichende Folgen: fruchtbare Böden gehen verloren, Landschaft und Naturräume werden zerschnitten und die Biodiversität geht weiter zurück. Das wollen wir verhindern – für unsere Kinder und Enkelkinder.

Die Landwirtschaft leidet massiv unter der Verringerung der landwirtschaftlichen Flächen. Die landwirtschaftliche Fläche in Bayern wurde in den letzten zwanzig Jahren um mehr als sieben Prozent verkleinert. Das entspricht der Nutzfläche von knapp 8200 landwirtschaftlichen Betrieben, die in dieser Zeit aufgeben mussten. Wertvolles Grün- und Ackerland wird geopfert, gleichzeitig steigen die Pachtpreise und verstärken den Strukturwandel. Der Druck, die verbleibenden Flächen intensiver zu bewirtschaften, steigt. Wir stehen auf der Seite unserer Bauern, weil wir deren Beitrag zu unserer Nahrungsmittelversorgung und dem Erhalt unserer Kulturlandschaft wertschätzen.

Die Verlagerung von Gewerbegebieten und Einzelhandel auf die grüne Wiese verursacht mehr Autoverkehr und trägt zum Aussterben der Ortskerne von Dettingen und Großwelzheim bei.
Beispiele aus anderen Orten zeigen:  Erst kommt eine neue Umgehungsstraße. Dann entsteht dort ein Discounter. Kurz danach schließen der Bäcker, der Metzger, der letzte Lebensmittelmarkt im Ort und der Ortskern stirbt aus. Gerade für ältere Menschen ist dann fußläufig keine Einkaufsgelegenheit mehr da.
Für uns gehören Nahversorgungseinrichtungen in die Ortszentren, damit die älter werdende Karlsteiner Bevölkerung noch zu Fuß zum Einkaufen gehen kann.

In dem Bemühen um Karlstein III wird gerne angeführt, dass Norma und Nah & Gut größere Verkaufsflächen benötigen, ansonsten würden sie schließen. Natürlich ist es attraktiver für bestehende Märkte irgendwo neu und größer zu bauen – wenn man Ihnen das anbietet. Besteht aber diese Möglichkeit nicht, werden sich Anbieter auch mit dem Bestehenden arrangieren und dort nachinvestieren. Und wenn es eben nicht Nah & Gut ist, dann ein anderer wie z.B. Te-Gut, der auch kleinere Verkaufsflächen akzeptiert – siehe Alzenau. Der bestehende Standort von Nah & Gut am Rathaus ist attraktiv, davon sind wir fest überzeugt, deshalb wird er auch bestehen bleiben, wenn Karlstein III nicht kommt. Vermutlich sogar nur dann, wenn Karlstein III nicht kommt. Und wie ist eigentlich die Planung für das Gelände von Nah & Gut wenn dieser schließt?

Übrigens Menschen die auf ein Auto zurückgreifen können, brauchen Karlstein III nicht, denn Sie haben sehr gute Einkaufsoptionen am Ortseingang Kleinostheim, im Industriegebiet Alzenau Süd und am Ortseingang von Kahl. Je nachdem, wo man in Karlstein wohnt, sind diese Einkaufsmöglichkeiten sogar näher als Karlstein III.

Ein Volldiscounter in dieser Lage ist für die Karlsteiner Bürger*innen aus unserer Sicht definitiv nicht erforderlich und kontraproduktiv für die wirkliche Nahversorgung.

 

Das sind unsere Ideen:

Brachflächen und Leerstände im Innenbereich müssen besser genutzt werden und die Möglichkeiten einer vertikalen Verdichtung durch Aufstockung von Gebäuden in Betracht gezogen werden.

Auch Wohnkonzepte für Senioren sind in den Ortsmitten besser aufgehoben, da die Bewohner*innen die notwendige Infrastruktur wie Bus-/Bahnhaltestelle, Bäcker, Metzger, Kirche fußläufig erreichen können. Vielleicht müssen wir hier sehr kreativ Denken, damit diese Optionen innerorts möglich sind – aber Querdenken lohnt sich!

Gerne wollen wir jungen Familien die Möglichkeit bieten, in Karlstein ein eigenes Haus zu bauen. Dazu wollen wir jedoch vorrangig Flächenpotenziale im Bestand ausschöpfen, indem wir Baulücken und Nachverdichtungsmöglichkeiten nutzen. Erst wenn diese Möglichkeiten erschöpft sind, ist für uns die Ausweisung neuer Wohngebiete eine Option.
Im gescheiterten Bebauungsplan "südlich der Frankenstraße" können wir uns im nicht landwirtschaftlich genutzten Bereich eine Wohnbebauung vorstellen.
Neuen Industrie- oder Gewerbegebiete werden wir nicht zustimmen!

Darüber hinaus müssen alternative Konzepte zum gemeinschaftlichen Wohnen, z.B. Mehrgenerationenhäuser, Wohnungsbaugenossenschaften, Projekte des Mietshäusersyndikats usw. in den Fokus genommen und positiv begleitet werden, damit günstiges und ökologisches Wohnen auch für den "kleinen Geldbeutel" möglich wird.

Interkommunale Zusammenarbeit stärkt regionale Wertschöpfungsketten, setzt Synergien frei und reduziert letztendlich den Flächenverbrauch deutlich. Konkret: Nicht jede Kommune benötigt Ihren eigenen Vollsortimenter wenn das Angebot rundum gut ist! Durch eine interkommunale Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden könnten wir kommunale Konkurrenzen abbauen und Vorteile für die gesamte Region schaffen.

Aus diesen Gründen sprechen wir uns gegen Karlstein III und für lebendige Ortsmitten in Dettingen und Großwelzheim aus. Weil wir hier leben!

Gerne können Sie mit uns zu diesem Thema ins Gespräch kommen. Zum Beispiel am Dienstag, 3. März 2020, 19.30 Uhr, im Gasthaus „Zur Mainperle“ im OT Großwelzheim oder an einem unserer Wahlkampfstände. Wir freuen uns auf Ihre konstruktive Meinung!

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